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Kokosöl – Geschichte und Herkunft

Kokosöl (alternative Bezeichnungen: Kokosnussöl und Kokosfett) ist ein weißes bis gelbliches Pflanzenöl, das bei Zimmertemperatur eine feste Konsistenz hat. Hergestellt wird Kokosnussöl aus der Frucht der Kokospalme, der Kokosnuss – genauer aus Kopra, dem weißen Nährgewebe, das sich im Inneren der Kokosnuss befindet. Dieses Fruchtfleisch enthält bis zu 70 % Fett. Kokosöl hat charakteristischer Weise einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, duftet angenehm und kann in der heimischen Küche gut zum Backen, Braten und Frittieren verwendet werden. Ferner findet es in der Süßwarenindustrie und Oleochemie Anwendung, kann aber auch zu kosmetischen oder pharmazeutischen Zwecken benutzt werden. Es handelt sich bei Kokosnussöl somit um ein sehr vielfältig einsetzbares Produkt.

Ursprünge liegen in Südostasien

Die Herstellung von Kokosöl hat eine lange Tradition – in Südostasien sind die Früchte der Kokospalme oder auch des „Baum des Lebens“, wie er dort zuweilen genannt wird, schon seit Jahrhunderten bekannt, ebenso die Gewinnung von Kokosfett aus den Kokosnüssen.

Kultiviert wurden die Kokospalmen in dieser Region schon vor über 3000 Jahren, allerding nur in kleinem Stil, die wirtschaftliche Bedeutung entfaltete sich erst viel später.

Zunehmende Bedeutung von Kokosöl

Im 19. Jahrhundert wurden durch Holländer auf Ceylon (heute: Sri Lanka) erstmals Kokospalmen auf Plantagen kultiviert. Nach und nach wuchs die wirtschaftliche Bedeutung und heute erstreckt sich die Kultivierung von Kokospalmen weltweit auf die tropischen Zonen, wobei Plantagen in erster Linie an Flussufern und im Küstenbereich zu finden sind, denn dort gibt es die optimalen Wachstumsbedingungen für diese Pflanze. Kokospalmen können bis zu 100 Jahre alt werden und ihre Früchte erreichen ein Gewicht von bis zu 2,5 Kilogramm.

Zu Ländern, bei denen der Anbau von Kokospalmen in großem Stil erfolgt, zählen Indonesien, die Philippinen und Indien; dort ist die Herstellung von Kokosnüssen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Weltweit hat die Nutzung von Kokosfett einen enormen Aufschwung erfahren – seit 1980 wurde die Produktion verdoppelt. In Europa zählen vor allem die Niederlande, Frankreich und Deutschland zu den großen Kokosnussöl-Produzenten. Etwa acht Prozent des weltweiten Bedarfs an Pflanzenöl wird mittlerweile durch Kokosöl gedeckt, Tendenz steigend.

Wie wird Kokosöl hergestellt?

Gewinnung von Kokosnussöl

Wie schon erwähnt wird Kokosöl aus dem weißen Fruchtfleisch (Kopra) der Kokosnuss gewonnen. Verarbeitet werden die Kokosnüsse meist direkt vor Ort in den Ländern, in welchen die Kokospalmen kultiviert werden. In der Regel wird Kokosfett in einem industriellen Verfahren hergestellt. Nachdem die reifen Kokosnüsse geerntet wurden, werden diese in zwei Hälften geteilt und etwa ein bis zwei Tage getrocknet. Das Trocknen erfolgt entweder in der tropischen Sonne oder in einem beschleunigten Verfahren in einem Ofen oder in einer Wärmekammer. Für die Erzeugung von Kokosnussöl muss das weiße Fruchtfleisch anschließend geraspelt bzw. direkt gepresst werden. Dies geschieht auf mechanischem Weg in einer Ölmühle, wobei (ähnlich wie bei Oliven) sowohl die Kaltpressung als auch die Pressung unter Erhitzung der Kopra möglich ist. Letztere Variante wird deutlich häufiger angewendet. Im letzten Produktionsschritt wird das Kokosöl raffiniert und abgefüllt oder aber nach dem Erkalten zu Kokosfett gepresst. Nun kann es als Speiseöl benutzt werden. In gekühltem Zustand kann es bis zu zwei Jahre lang gelagert werden – dadurch unterscheidet es sich von vielen anderen Speiseölen, deren Haltbarkeit deutlich geringer ist.

In letzter Zeit hat außerdem die biologische Erzeugung von Kokosnussöl Bedeutung erlangt. Die Früchte stammen hier von Bio-Kokospalmenplantagen. Das Öffnen, Schälen, Zerkleinern und Pressen erfolgt bei der biologischen Produktion ohne Pausen. Zudem wird das Öl mittels Kaltpressung hergestellt und nicht raffiniert.

Bei beiden Herstellungsverfahren ist wichtig, dass der zurückbleibende Feuchtigkeitsgehalt im Öl möglichst niedrig ist, damit das Kokosnussöl lange haltbar ist und nicht ranzig schmeckt. Dabei gilt folgender Grundsatz: Je niedriger die enthaltene Restfeuchte, umso höher ist die Qualität des Kokosöls.

Eigenschaften und Zusammensetzung von Kokosnussöl

Kokosöl ist so charakteristisch, dass man es ohne Probleme von anderen Pflanzenölen unterscheiden kann. Es verfügt über eine weiße bis gelbliche Färbung und eine wachsartige Konsistenz. Sein Duft lässt sich als mild und angenehm beschreiben, eine feine Kokosnote ist gut wahrnehmbar. Bei Zimmertemperatur ist Kokosnussöl von fester Konsistenz (daher auch passenderweise die Bezeichnung Kokosfett), wobei die Schmelztemperatur bei etwa 25 Grad Celsius liegt. Beim Schmelzen selbst nimmt Kokosöl Schmelzwärme auf, was für einen ausgeprägten Kühleffekt sorgt, wenn man es in den Mund nimmt. Diesen Effekt macht sich unter anderem die Süßwarenindustrie zu Nutze, etwa bei der Produktion von Eiskonfekt.

Zusammensetzung von Kokosöl

In erster Linie besteht Kokosnussöl aus sogenannten Triglyceriden, welche vorrangig gesättigte Fettsäuren-Reste enthalten. Zudem findet sich in Kokosfett ein einfach ungesättigter Ölsäure-Rest. In Spuren sind im Kokosöl außerdem wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Calcium, Kalium, Natrium, Kupfer, Eisen, Zink, Phosphor sowie Aminosäuren enthalten. Auch wichtige Vitamine wie die B-Vitamine befinden sich im Kokosöl. Insgesamt besitzt das Kokosfett gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe, wozu auch Laurinsäure gehört, die in hoher Menge enthalten ist. Diese Säure stärkt das Immunsystem und wirkt gegen Viren und Bakterien.

Positive Wirkungen auf die Gesundheit

Kokosnussöl ist ein für die menschliche Gesundheit überaus wertvolles Öl, welches trotz des hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren gut bekömmlich und leicht verdaulich ist. Nachweislich wirkt es sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet gegen Mikroben und reguliert den Blutfettspiegel. Obwohl gesättigte Fettsäuren (etwa in Butter oder Wurstwaren) als schlechte Fette verpönt sind und ein Verzehr großer Mengen zu Übergewicht, hohen Cholesterinwerten und sogar zu Diabetes oder Herzinfarkt führen kann, gilt dies nicht für die gesättigten Fettsäuren in Kokosnussöl. Bei den Völkern in Südostasien gilt die Kokosnuss als Grundnahrungsmittel, das einen essentiellen Bestandteil in der Ernährung ausmacht. Dennoch kennt man Übergewicht oder schlechte Cholesterinwerte und Diabetes dort praktisch nicht, das Ausmaß in Europa oder den USA steht dazu in keinem Verhältnis. Auch in wissenschaftlichen Befunden wurden die Unbedenklichkeit der Fettsäuren im Kokosfett und die gesundheitsfördernde Wirkung der Inhaltsstoffe im Kokosnussöl untermauert. Da die im Kokosöl enthaltenen mittelkettigen Fettsäuren weniger Kalorien enthalten als andere Fettsäuren, trägt Kokosfett weitaus weniger zur Gewichtszunahme bei als andere Fette.

Außerdem lässt sich feststellen, dass Kokosnussöl zuverlässig gegen einen Vielzahl an krankmachenden Keimen wie Pilzen, Bakterien und Viren (etwa das Herpesvirus) wirkt, es entfaltet somit also auch eine heilende Wirkung. Aufgetragen auf die Haut kann Kokosnussöl ebenfalls seine positiven Eigenschaften unter Beweis stellen. Wegen der antibakteriellen Effekte kann es hervorragend bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Akne, Schuppenflechte und Neurodermitis eingesetzt werden, da die Haut gereinigt, mit Feuchtigkeit versorgt und gegen neuerliche negative Einflüsse gewappnet wird. Kokosöl ist wahrlich ein Allround-Talent – und das nicht nur, was die gesundheitsförderlichen Eigenschaften anbelangt.